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Erstellung eines Arbeitszeugnisses

Unabhängig davon, ob eine Kündigung vonseiten des Arbeitgebers bzw. des Arbeitnehmers vorausgeht oder ob ein Zwischenzeugnis für den Leistungsnachweis erstellt werden soll – jeder Arbeitnehmer hat nach § 109 Gewerbeordnung (GeWO) Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. Doch worauf genau sollten Sie als Arbeitgeber oder Arbeitnehmer beim Thema Arbeitszeugnis achten? Als Kanzlei mit dem Tätigkeitsschwerpunkt Arbeitsrecht möchten wir von der Kanzlei Hagen Sie über alles Wissenswerte informieren.

Welche Arten von Arbeitszeugnissen gibt es?

Generell unterscheidet man drei Arten von Arbeitszeugnissen:

Das Zwischenzeugnis wird dann ausgestellt, wenn der Arbeitnehmer während des Arbeitsverhältnisses einen ausführlichen Nachweis über seine Tätigkeit braucht. Auch wenn ein Vorgesetztenwechsel stattfindet, empfiehlt sich die Erstellung eines Zwischenzeugnisses. Das Zeugnis muss ausdrücklich eingefordert und kann in kurzer Form als einfaches Zeugnis oder als ausführliches, qualifiziertes Zeugnis angefertigt werden.

Bei Verlassen des Unternehmens wird üblicherweise ein einfaches oder qualifiziertes Arbeitszeugnis ausgestellt. Ersteres ist dann sinnvoll, wenn es sich um eine kurzweilige Anstellung gehandelt hat. In diesem Fall werden die Leistungen des Arbeitnehmers nicht weiter ausgeführt. Ein qualifiziertes Zeugnis geht im Gegensatz näher auf die Leistungen und auf die Fähigkeiten des Mitarbeiters ein. Handelt es sich beim Arbeitszeugnis um ein Ausbildungs- oder Praktikumszeugnis, ist besonders wichtig, dass die Inhalte detailliert aufgeführt werden, da sie vor allem den Wissensstand des Lernenden für den weiteren beruflichen Weg darlegen.

Das Arbeitszeugnis nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses darf sich vom Zwischenzeugnis nicht zu sehr unterscheiden – vorausgesetzt die Leistung hat sich nicht gravierend verändert. Diese Regelung verhindert, dass Arbeitgeber aufgrund einer unerwarteten Kündigung dem Arbeitnehmer eine erneute Anstellung durch schlechte Bewertungen erschweren.

Was beinhaltet ein Arbeitszeugnis und wie sollte der Aufbau aussehen?

Nach Definition des Bundesarbeitsgerichts und nach § 109 GeWO hat ein einfaches Zeugnis wie folgt auszusehen:

Das qualifizierte Zeugnis und das Zwischenzeugnis definieren sich zudem hierdurch:

Auf welchen Zeitraum bezieht sich das Zeugnis?

Das Zwischenzeugnis beschreibt immer die bisherigen Arbeitstage bis zum Zeitpunkt der Beantragung oder Ausstellung. Das Arbeitszeugnis, das zum Ende eines Arbeitsverhältnisses ausgestellt wird, bezieht sich auf den gesamten im Vertrag festgelegten Arbeitszeitraum. Ausstellungsdatum für das Zeugnis sollte der letzte Arbeitstag sein, wenn es sich um ein Schreiben zum Ende des Angestelltenverhältnisses handelt.

Formulierungen im Zeugnis

Die Formulierungen in einem Arbeitszeugnis sollten immer das Recht des Arbeitnehmers in Bezug auf Wahrheit und Wohlwollen berücksichtigen. Wenngleich ein Zeugnis nicht in jedem Fall nur gut sein muss, darf der Arbeitgeber dennoch den zukünftigen beruflichen Werdegang des Arbeitnehmers nicht durch bestimmte Formulierungen negativ beeinflussen. Ebenso dürfen auch keine Vermutungen in das Zeugnis geschrieben werden. Der Arbeitnehmer kann hierfür vom Zeugnisberichtigungsanspruch Gebrauch machen und um Änderungen bitten, wenn der erste Entwurf nicht den tatsächlichen bzw. subjektiven Leistungen entspricht.

Für die Ausstellung wird häufig die etablierte Zeugnissprache gewählt, die wie auf einer Art Notenskala die Leistungen ausdrückt. Einige Formulierungen sind:

Negative Verhaltensweisen werden im Zeugnis beispielsweise ausgedrückt durch Begriffe wie in der Regel, im Wesentlichen oder bemüht.

Wenn Sie als Arbeitgeber oder Arbeitnehmer Fragen zum Thema Arbeitszeugnis haben, wenden Sie sich gerne an unsere Berliner Kanzlei!